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Ich bitte um dringende Hilfe
#1
Liebe Forum-Gemeinde,
wie ihr merkt, bin ich neu bei euch. Entdeckt auf Youtube hatte ich mich da schon gemeldet, aber da ich auch dort neu bin, weiß ich nicht, wie lange Antworten von Euch bzw. Bernd dauern. Da meine Geschichte recht eilig ist, versuche ich es also jetzt hier.

Kurz zu mir: ich bin eine Liebhaberin aller Pflanzen mit schönen Blüten und Düften ab Mittelmeerklima. Ich besitze auch sehr viele, u.a. seit 2015 auch eine Plumeria,
die ich als ca. 15 cm Steckling (weiß-gelb) von der polynesischen Insel Huahine mitbrachte.  Ich setzte den Steckling in Orchideenerde.

Immer wurde mir erzählt, im Winter nicht gießen, darüber wäre sie mir fast eingegangen, denn der Stamm wurde weich. 
Somit beschloss ich, diesem Rat nicht zu folgen, sondern im Winter nur weniger Wasser geben. Der Erfolg zeigte sich, der Steckling setzte an und blühte das erste Mal 2018. Mittlerweile dachte ich, schon viel Erfahrung mit ihr gesammelt zu haben und fühlte mich nun schon recht sicher im Umgang mit ihr.

2019 im Sommer keine Blüte. Nun das Wunder: sie begann im November 2019 zu blühen, (in der Wohnung auf einer Ost-Fensterbank)- obwohl sie ja Ruhepause machen müsste. Blühte ununterbrochen bis Oktober 2020 (von ungefähr Juli bis September stand sie auf der Terrasse). Wir haben der Plumeria (auch liebevoll unsere "Zicke" genannt) eine sehr gute Pflanzenlampe und einen exklusiven Platz im Wohnzimmer gegeben (unser Wohnzimmer liegt leider zur Nordseite). Im November warf sie dann den alten Blütenstengel ab und jetzt kommt es:
parallel erschienen gleich 2 neue Blütenansätze auf dem großen Seitentrieb. Diese blühten aber nicht richtig auf. Alles war bis vor ca. 4 Wochen gut (außer dass ich sie wieder mit Insektenmittel behandeln musste, diese - wie kleine Schildläuse - bekam sie immer so ca. 2 - 3 Mal im Jahr).  
Dann verkürzte ich die Lichtzeit von bisher 16:00 h -24:00 h auf 18:00 - 24:00 h (weil es ja länger hell war). War das evtl. der große Fehler?
Die Blätter wurden schlapp, der letzte Blütenstengel fiel am 08.03.21 ab. Ich habe langsam mehr Wasser gegeben, die Blätter wurden schlapper, der Boden war aber ausgetrocknet. 
Nun begannen auch die Stämme weich zu werden. Ich führte das auf die anfängliche Problematik zurück: zu wenig Wasser und sie zieht sich Reserven aus dem Stamm. 
Vergangene Woche gab ich nun richtig viel Wasser - aber die Stämme werden immer weicher. Jetzt bin ich verzweifelt und habe Angst um "unsere Zicke".
     

Ich bin aber auch etwas irritiert, wenn ich die Videos von Bernd sehe, haben die Plumerias ja alle nicht so viele Blätter in der "Ruhezeit". Aber meine hatte ja auch
praktisch über 2 Jahre keine Ruhezeit eingehalten.  Huh

Ich überlegte nun schon, ob ich sie insgesamt einkürze? Habt ihr einen Tipp für mich? 

Ganz lieben Dank für eine hoffentlich schnelle Antwort -

Tina

Ich füge ein paar Fotos von Anfang bis jetzt bei - u.a. seht ihr auch den großen, erst im November abgefallenen Blütenstengel
PS: ging leider doch nicht, es stand da, ich könnte unbegrenzt Fotos einfügen, aber bei 5 war Schluss.


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#2
Vielleicht hat sie sich mit Bakterien infiziert, anders könnte ich es mir nicht Vorstellen. 
 Echt Schade  Sad  !!  

LG Phil
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#3
Hallo Phil,
schön das du dich meldest. Mit Bakterien infizieren, gibt es das? Wie kann so etwas passieren?

LG Tina
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#4
Hi also erstmal könnten es Bakterien sein! Wenn, dann hinterlassen Sie Mikroben, je nach bakterium spezifische Sekrete. So setzen sie das Immunsystem der Pflanze außer Gefecht um ihre eigene Verbreitung zu fördern. Und dann wäre die Bahn für sämtliche Krankheiten frei !
 LG Phil
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#5
Hallo zusammen,

so ähnlich erging es mir bisher auch mir diversen Plumerias.
Meine Vermutung tendiert eher in Richtung Pilz.

Seit wir umgezogen sind, deutet es für mich noch mehr darauf hin.
Kurzer Gedankengang. Solang die Temperaturen angenehm warm sind haben Pilze kaum eine Chance.
Es reicht jedoch völlig aus, wenn die Temperaturen aus irgendwelchen Gründen kurz abfallen. Ist es anschließend wieder warm hilft es auch nicht mehr weiter.
Temperaturabsenkungen sorgen im Pilzreich fast immer für das Austrieben von Sporen. Mehltau nach einer kühlen Nacht. Die Pilze im Wald ab sobald es mal kurz kalt wurde. Auch hat normaler Schimmel bei schwanken Temperaturen beste Chancen zu sprießen.

Meine Plumerias waren solang ich mich an die Regeln mit den Warmen Temperaturen gehalten habe wirklich sehr pflegeleicht. Im Winter darf man nicht vergessen, dass die meisten Heizanlagen eine nächtliche Temperaturabsenkung haben. Diese, auch wenn es für uns nicht wirklich spürbar ist, kann schon ausreichend sein. Auch spielt natürlich die Lichtsumme eine Rolle.

Im Winter ist es gerade für Exoten eine schwierige Zeit. Wenn kein großes beheiztes Glashaus zur Verfügung steht sind einem Grenzen gesetzt.

Richtig ist, dass im Winter weniger gegossen werden soll. Die Pflanzen werfen daraufhin die Blätter ab, können im Grunde auch kühler gestellt werden. Gegossen werden muss dann erst wieder sobald ein deutlicher Austrieb erkennbar ist.
Sollte es sich jedoch um ein motiviertes Exemplar handeln, dass einfach keine Pause kennt. Dann heißt es durchpflegen mit möglichst gleichbleibend hohen Temperaturen und so viel Licht wie möglich.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Pflanzen aus ganz anderen Klimazonen kommen. Die Zeitverschiebung und Ansprüche sind genetisch verankert. Was wir als Mensch noch relativ schnell verkraften würden Stichwort Jetleg, dauert bei Pflanzen erheblich länger. Die meisten Exoten werden außerdem in Ländern produziert wo die Bedingungen passen und dann nach Deutschland transportiert, wenn sie möglichst ansprechend ausschauen.

Ich will nicht sagen, dass dies eines der Hauptprobleme ist. Aber wir wissen auch nicht, was die Pflanze so in sich beherbergt was entweder direkt oder verzögert aufkeimt. Was in in den warmen Regionen funktioniert, hat seine Grenzen bei uns im Winter.

Was jetzt dein Problem betrifft. Es ist fast immer kontraproduktiv, wenn man versucht etwas auszugleichen, weil es in geringerer Konzentration nicht funktioniert hat. Wenn etwas Wasser die Pflanze nicht aufpumpt, dann wird noch mehr Wasser sicher nicht helfen.

Die Pflanze austopfen und die Wurzeln prüfen kann durchaus mehr bringen. Wenn es ein Pilz sein sollte könnte z.B. Aliette helfen. Sind es andere Organismen gibt es bei Bakterien keine erlaubten Möglichkeiten.

Nur so als Beispiel. Ich merke es aktuell an Amaryllis. Offensichtlich sind alle Zwiebeln mit dem Roten Brenner verseucht. Im Grunde gibt es Möglichkeiten, diesen zu behandeln. Jedoch verzichtet man lieber drauf, weil es eh ein Massenprodukt ist.
Es ist sehr gut möglich, dass dies bei anderen Pflanzen so ist, dass man den Reiz der Exotik nutzt Pflanzen teuer zu verkaufen und der Hobbygärtner sich am Ende wundert. Auch halte ich die Preise für Plumeria überzogen, denn da wo die herkommen fallen so viele Stecklinge an, wie bei uns im Frühjahr beim Baumschnitt Zweige. Auch den Pflegeaufwand sehe ich für die Gärtnereien nicht als beachtlich an.

So gesehen würde ich an deiner Stelle schauen, dass die Pflanze an warmen Tagen raus in die Sonne kommt, dass irgendwelche Keime durch die UV Strahlung und Sonnenwärme ausgemerzt werden. 

Gruß

Bernd
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#6
Hallo Mango,

vielen Dank für deine Mühe. Natürlich ist mir das mit Bakterien aus dem Gartenbereich bekannt, mir fehlte nur die Verbindung. Sicher, es könnten  wahrscheinlich  an den Stellen der abgefallenen Blätter oder Blütenstengel Bakterien eindringen. Aber vielleicht ist es ja doch ein anderer Grund.
LG Tina

Hallo Bernd,

ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort.

Alles in allem ist es ja auch für mich klar, dass die Bedingungen für diese wunderschönen Pflanzen hier sehr schwer sind. Ich hatte meine übrigens nicht gekauft, sondern als Stengel von Huahine mitgebracht - Andenken und Versuch!

Mit den Temperaturunterschieden stimme ich dir absolut zu. Da wo ich sie aufgesammelt habe, sind die Tag- und Nachtemperaturen sehr gleichbleibend, wie du ja auch schreibst. Und die Lichtausbeute beginnt um ca. 05:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

Unsere Heizung wird zwar kaum abgesenkt (die Temperatur ist relativ gleichbleibend, wo sie steht), aber sicher - ich lüfte natürlich häufig
am Tag.

Vielleicht war es doch das zeitliche Umstellen der biogreen-Pflanzenlampe, indem ich die Beleuchtung um 2 Std. kürzte, weil ich dachte, mit mehr Tageslicht am Fenster bekommt sie zu viel Licht.

Im Moment habe ich den größten Teil der großen Blätter in der Mitte des Stiels abgeschnitten (den Tipp bekam ich auch von einem Plumeria-Freund), ich warte auf neues Substrat dann nehme ich sie aus dem Topf und kann mir die alte Erde genauer anschauen, ansonsten abwarten, was passiert.

Übrigens sind deine Videos sehr schön und interessant.

LG
Tina
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